wenn die zeit kollabiert

wir sind auf der erde an drei raumdimensionen und eine vierte zeitliche dimension gekettet. wir erleben das leben als eine gängige abfolge von dingen und aneinanderreihung von geschehnissen. doch denkt man das tesserakt modell von nolan weiter, kann sich eine tiefere architektur des seins offenbaren jenseits der reinen physik.
während die ersten drei dimensionen den physischen raum bilden und einteilen in länge, breite und höhe und so der materiellen welt ihre körper und formen gibt, bildet die vierte dimension als zeit das lineare band, das uns von moment zu moment treibt, ohne je die möglichkeit auf eine rückkehr.
die fünfte dimension, bei nolan die gravitation, biegt schließlich die kosmischen bahnen und das gewebe von raum und zeit.
die fundamentale kraft ist jedoch die sechste dimension – die liebe. sie existiert außerhalb der reinen materie als alles durchdringende frequenz und resonanz.
verlässt ein lebewesen das irdische leben durch den tod, bricht nicht die verbindung ab, sondern die form der existenz. die vierte dimension kollabiert und es entfaltet sich ein gefüge, in dem alle momente gleichzeitig existieren.
die fünfte und die sechste dimension können so die brücke bilden für die verstorbenen, um jenseits der physischen hülle mit unserer dreidimensionalen welt in kontakt zu bleiben. sei es als physikalische spur der fünften dimension oder in form von stimmen und schwingungen als reine frequenz der sechsten dimension.
diese kommunikation ist demnach kein willkürlicher zufall des materiellen chaos, sondern ein präziser treffer auf der frequenz, auf der das band niemals zerrissen ist.
letztendlich geht es wohl um die schlichte vergewisserung, dass die verbindung unzerstörbar ist und der schmerz nicht ins leere fällt, denn sie beweisen durch ihre existenz, dass es keine leere gibt.
spinnt man die gedanken zu den dimensionen weiter, so könnten noch weitere dimensionen in form von multiversen, dem ur-code und zu allerletzt der absolute nullpunkt. aber unsere gehirne werden nie ausreichend entwickelt sein, um diese zu begreifen.
es stellt sich die frage, warum wir in eine welt geworfen werden, die wir scheinbar nicht mal in ansätzen zu begreifen in der lage sind. und uns dadurch der möglichkeit beraubt das unfassbare zu fassen.
die evolutionäre blindheit beginnt genau an dem punkt, wo wir dinge übersehen, weil wir sie nicht realisieren können und sie unserem bewusstsein unsichtbar bleiben.
vielleicht liegt in dieser ohnmacht genau die konsequenz, dass wir das universum nicht verstehen müssen, um von ihm berührt zu sein. das nicht-begreifen-können ist das tor, durch das der schmerz und die liebe erst ihre unerbittliche, ungezähmte tiefe behalten.