cleo 3
es ist eine physikalische unmöglichkeit, die schwere des nichts zu bemessen. sie liegt wie ein druck auf dem brustbein, als hätte sich die stille der räume verdichtet – zusammengesunken zu einem gewicht, das mich mit jedem einatmen weiter nach unten zieht.
meine hand greift ins leere, aber der reflex ist älter als die gewissheit: der körper erinnert sich an deine wärme, die nicht mehr da ist, und widerspricht dem verstand.
lossagung bedeutet nicht nur erinnerung. sie ist die erfahrung einer plötzlichen, unheilsamen asymmetrie. dein kleines leben, das den raum geordnet hatte, ist fort. und mit deinem fortsein bricht die architektur meines alltags lautlos in sich zusammen.
zurück bleibt eine dröhnende sprachlosigkeit. und eine ohnmacht, gefüttert von der gleichgültigkeit der zeit, die einfach weiterverstreicht. die sprachlosigkeit und ohnmacht werden zu einem andauernden zustand.
du hast die welt nie in worte gefasst, du warst einfach in ihr. deine anwesenheit war eine selbstverständliche dichte im raum – ohne absicht, ohne urteil, ohne distanz.
jetzt ist der raum nur noch raum. die wände sind dieselben, aber ihr zentrum fehlt. was bleibt, ist der versuch, die stille auszuhalten, die nicht leer ist, sondern besetzt von allem, was dich ausmachte. es gibt nichts darin zu verstehen. es gibt nur die schwere, die bleibt.