frequenzwechsel

schon als kleine kinder lernen wir: es gibt das diesseits und es gibt das jenseits und dazwischen befindet sich eine unüberwindbare grenze. aber was, wenn das gar nicht so ist und wir einfach nur im laufe der evolution verlernt haben hinzuhören. wenn wir lediglich im zuge der rationalisierung die feinen antennen gekappt haben, die uns einst ganz natürlich mit dem vergangenen und dem kommenden verbunden haben? uns wird suggeriert, dass evolution ausschließlich fortschritt sei. aber gleichzeitig ist sie noch viel mehr ein prozess des vergessens. des vergessens dessen, was wir konnten und können.
die schriftreligionen haben dieses vergessen zunehmend institutionalisiert. statt erfahrung fließen zu lassen, haben sie mauern hochgezogen und diktieren dabei ein dogma der absoluten trennung. dieses dualistische weltbild amputiert uns einen teil unseres seins und nimmt uns die gewissheit in einer miteinander verbundenen welt zu leben.
doch so dogmatisch diese mauern auch gebaut sein mögen, so halten sie der realität trotz allem nicht stand.
denn dass es auch anders sein kann, zeigt ein blick auf jene völker, die wir im zuge der raitionalisierung an den rand ihrer existenz gedrängt haben.
so haben zum beispiel die lakota, ein indigenes volk nordamerikas einen bestimmten begriff für diese allesübergreifende verbindung: mitákuye oyás'iŋ und er bedeutet so viel wie: wir sind alle verwandt, wir sind alle verbunden.
aber auch in anderen indigenen mythologien existiert diese kluft zwischen dies- und jenseits nicht. die ahnen gehen nicht wie bei uns weg, sie brechen nicht mit der welt, sondern sie gehen in sie hinein und werden teil dieser. sie werden teil des windes, des wassers, des grases usw. und bleiben dadurch als spürbare existenz an der seite der lebenden.
für mich sind diese mythologien keine bloßen metaphern, sondern erlebte realität. kein lustiger spuk, kein poltergeist oder schauermärchen. sie sind nicht im nirgendwo verschwunden, sondern genau hier bei uns in jedem moment. dort, wo die moderne welt ein absolutes schweigen dekretiert, erfahren andere eine fortwährende gegenwart. die toten brechen nicht mit uns, sie wechseln nur ihre frequenz – und sprechen weiter. eine verbindung, die sich der künstlichen trennung von dies- und jenseits entzieht.