stille 3

es ist nicht nur das schweigen der räume, dass nach deinem fortgehen zurückbleibt, sondern diese schlagartige einsamkeit. die verzweiflung, dass du fort bist, cleo, sitzt nicht wie ein gedanke im kopf, sondern wie eine immer wieder aufkeimende panik in meiner brust. es ist der absurde, lähmende schrecken vor der erkenntnis, dass all das, was in diesem leben noch auf mich wartet, nun ohne deine stille begleitung bewältigt werden muss.

diese panik verlangt nicht nach intellektueller auflösung oder philosophischer einordnung. sie ist der greifbare phantomschmerz eines lebens, das von grund auf neu gelernt werden muss, obwohl der verstand sich weigert, diese neuausrichtung zu akzeptieren.

der blick nach vorne wirkt wie eine unendliche fläche. es bleibt das schlichte, erschöpfende aushalten, dass etwas fundamentales fehlt, das nicht ersetzt werden kann, und dass dieser weg nun in einer welt weitergeht, die mir ohne deine anwesenheit zutiefst fremd geworden ist. so stehe ich am anfang einer zeit, die sich nicht nach einer zukunft anfühlt, sondern einer anhaltenden fremdheit. jeder kommende tag verlangt schritte in einem raum, dessen orientierung mir teilweise vollkommen abhandengekommen scheint.