alterität 2

für den franz. philosophen maurice merleau-ponty entwickeln sich nervensystem und physis zweier lebewesen, die über viele jahre eng zusammenleben, zu einer art gemeinsames gefüge.

zu lebzeiten warst du ein geschöpf ohne sprache, cleo. dass du nun über deinen tod hinaus eine sprache findest, bricht mit allem, was du warst. unsere gemeinsame zeit war seit jeher durch blicke geprägt, die denselben augenblick bewohnten. und so wie wir schweigend diese augenblicke teilten, darf deine präsenz auch jetzt im unausgesprochenen bleiben.

und auch wenn diese fast kompromisslose sehnsucht unstillbar erscheint, bist du mein erster und letzter gedanke des tages. du bist in jedem beliebigen moment bei mir, so als hätte es diesen biologischen bruch nie gegeben.
es ist eine innere hoffnung, dass wir uns jenseits dieses irdischen raumzeitgefüges wiederbegegnen – in einer anderen dimension, auf einer anderen frequenz, auf der das geteilte gefüge wieder miteinander verschmilzt.